Zur Geschichte

Die Evangelische Kirchgemeinde in Wittichenau ist eine konfessionelle Diasporagemeinde im Gebiet der Evangelischen Kirche Berlin Brandenburg schlesische Oberlausitz, südwestlich von Hoyerswerda im Landkreis Bautzen gelegen.

Am 13. Oktober 1909 konnte die kleine Evangelische Gemeinde ihre mit Hilfe des Gustav-Adolf-Werkes erbaute Kirche einweihen. Das geschah damals durch  Generalsuperintendent Haupt aus Breslau. Der Entwurf zu diesem Bau stammte von dem Architekten Hans Freude aus Görlitz. Damit hatte unsere Evangelische Gemeinde ein eigenes Gotteshaus, 289 Jahre nachdem erstmals ein evangelischer Gottesdienst in der Begräbniskirche am Rande der Stadt gefeiert wurde.

1954  fanden erste bauliche Veränderungen in der Kirche statt. Mit Hilfe der Konfirmandengabe des Gustav-Adolf-Werkes konnte ein Gemeinderaum für Versammlungen und die Jugendarbeit geschaffen werden. 1984 wurde der  Innenraum des Gotteshauses neu hergerichtet. Die Kirche erhielt einen  neuen Altar und eine neue Kanzel, welche zur 75-Jahr-Feier in einem  festlichen Gottesdienst durch Bischof Dr.Wollstadt aus Görlitz in den Dienst genommen wurden.

Seit  der Reformationszeit gibt es in Wittichenau die Evangelische  Diasporagemeinde mit einer - vor allem im Dreißigjährigen Krieg -  wechselhaften Geschichte. Nachdem sich der größte Teil der Einwohner der Glaubenslehre Dr. Martin Luthers angeschlossen hatte, fanden 1620 bis  1622 evangelische Gottesdienste sowohl in der Stadtkirche als auch in der Kreuzkirche statt. Durch ökonomischen Druck und durch Anwendung politischer Macht gelang es jedoch dem Kloster Marienstern bei Kamenz, zu dessen Grundherrschaft die Stadt Wittichenau und die sie umgebenden  Dörfer gehörten, die beiden Kirchen wieder für die Katholiken  zurückzugewinnen und die Einwohnerschaft zu rekatholisieren. Lange Zeit  begaben sich die Evangelischen zur Kirche entweder nach Hoyerswerda oder nach Groß Särchen bzw. Oßling. Seit der Erbauung der Wittichenauer Kirche bis Mitte der Sechziger Jahre wurde die Gemeinde durch Pfarrer und Vikare der Johanneskirchengemeinde Hoyerswerda versorgt. Am 1. Januar 1966 wurde die Evangelische Gemeinde eine selbständige Kirchengemeinde mit eigenem Pfarrer, der in das ehemalige Küsterhaus einzog. Zusammen mit Spohla (überwiegend evangelisch) und den übrigen  Ortsteilen Keula, Neudorf, Brischko, Hoske, Kotten, Saalau, Sollschwitz und Dubring wurde diese Pfarrstelle gebildet. Heute zählen etwa 600 Gemeindeglieder zur Evangelischen Gemeinde. In Spohla finden Gottesdienste monatlich einmal in der Friedhofskapelle statt. Seit 2001  ist die Wittichenauer Evangelische Kirchengemeinde pfarramtlich mit der Kirchgemeinde in Groß-Särchen verbunden.

Welcher Wandel sich nach jahrhundertelanger Trennung im Verhältnis zwischen den Konfessionen heute in Wittichenau vollzogen hat, ist nicht zu  übersehen. Man lebt zusammen, besucht sich gegenseitig und tauscht  Informationen aus. Ökumenische Gottesdienste gehören seit langem zu  einer guten Traditionen. Ein gemeinsamer Posaunenchor wirkt in beiden Gemeinden bei den verschiedenen Anlässen mit und auch die Frauenarbeit  lebt von der Ökumene.

Das  Zentrum der Evangelischen Gemeinde ist der sonntägliche Gottesdienst. Die Evangelische Gemeinde lebt aus dem Festhalten am Wort und Sakrament  und aus der Treue ihrer Glieder. Jeder, der unsere Gottesdienste besuchen und unsere Gemeinde kennen lernen möchte, ist herzlich  willkommen.